Liebe Currytester, als ich im Dezember 14 Testpäckchen verschickte, hatte ich echt nicht mit einem solchen Engagement gerechnet. Neun – in Zahlen 9 – extrafeine Rezensionen habt ihr gekocht, fotografiert, formuliert und gebloggt. Über die Feiertage wohlgemerkt und teilweise sogar direkt mit mehreren alternativen Rezepten, tollen Bildern und insgesamt so, dass ich immer noch eine Handbreit über dem Teppich schwebe. (Meine Frau merkt diesbezüglich an, dass das eine reichlich übertriebene Formulierung sei und fragt, wann ich denn zu landen gedenke.) 

So oder so: Das freut ungemein und motiviert, der neuesten Mischung endlich den letzten Schliff zu verpassen  (wird wohl „Chili-SOUR” heißen). In einigen Wochen mehr dazu, wenn sich mein Magen wieder vom Capsaicin erholt hat. Jetzt aber der Reihe nach.

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6. Dezember 2013: Schon die erste Rezension ist Dank eines hundsgemeinen Lach-Husten-Lach-Anfalls auch fast meine letzte. Der einige Wochen vorher von mir mit ausreichend Testmaterial versorgte Herr Frey Dodillet, Autor von Herrchenjahre und Herrchenglück, antwortet nämlich auf meine Facebook-Frage, wer denn evtl. am Curry-Test teilnehmen wolle, mit diesem höchst elaborierten Statement:

„Auch hier! Ich zahl’s aber weil ich die Testbedingungen nicht erfüllen kann und weil ich DIY-Curry konzept- und rezeptlos über alles drüberkippe was Curry einigermaßen verträgt weil das Zeug der Hammer ist und ich keinen Blog habe um was zum Curry zu schreiben bis auf den Hundeblog aber da würden die Leser ein Horn kriegen weil dort Leckereien wie grüner Pansen und Butterkotze abgehandelt werden und die mich alle wegen tierschutzrelevanten Verhaltens teeren und federn würden bespräche ich plötzlich Gourmetcurry im Zusammenhang mit traditionell gewürzlosem Hundefutter wobei ich jetzt irgendwie den Faden verlo … ”

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15. Dezember 2013: Der passionierte Curry-Flüchter Ape Derfan verkostet das DIY-Currypowder bar jeden störenden Beiwerks und findet „Kartoffelecke, pur ;-)) — meine Testversion, für Einen, der erst mal schon beim Wort Curry die Flucht ergreift, war durchaus positiv… sehr puristisch, so ein Komment von Andreas… stimmt… http://mega-dampf.de/currygrumbira.jpg [Anmerkung: Grumbira heißt wohl in etwa so viel wie Kartoffel und der Klick auf den Link oben zeigt in der Tat die Neu-Definition des Begriffs puristisch.]

ApeDerfans

© Ape Derfan

Muss aber irgendwie geschmeckt haben, denn Anfang dieser Woche mailte Ape Derfan mir dann noch eine Kreation von geradezu verschwenderischer Opulenz: Selbst gebackenes Weißbrot mit drei ganzen Esslöffeln Curry auf´s Kilo Mehl. Vorläufiges Urteil des Curry-Konvertiten: „Riechen tut es schon mal verführerisch.” (Das, mein Lieber, war der teuflische Plan, harharhar.)

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18. Dezember 2013: Die Meisterin feiner Tapas, hauptberuflich Inhaberin des Amaranto, Hamburg,

postet unter ihrem FB-Namen Greta Grechetto ihr privates Testergebnisse in der Koch-Entusiasten-Gruppe Käptn´s Dinner und schreibt über Hähnchenbrust mit Blumenkohl: Es duftet schon sehr gut, habe gerade mit Mangosaft aufgegossen …….” 

Mein erster Gedanke: Gibt´s eigentlich auch Curry-Tapas?  :-o

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21. Dezember 2013: Das kurze aber professionelle Urteil von Sven Maser: tolles Currypülverchen! Hammer Aroma!” Und wenn der es nicht weiss, dann weiss ich´s auch nicht. Schließlich ist der Chilihead ein echter Wurst- und Grill-Guru, der ständig mit einer Vielzahl ausgesuchter Gewürze hantiert. Ein Blick in sein Blog lohnt sich – nicht erst zum nächsten Angrillen.

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25. Dezember 2013: Pünktlich zu Fest kommt ein ganz dickes Weihnachtsgeschenk von Werner Danz, begnadeter Koch- und Backblogger, der sich gleich zwei höchst lesenswerte Blogs leistet: Cucina e piu und Piccola Paneteria.

Bei den Danzens gab es mein DIY-Curry übrigens tatsächlich am Heiligen Abend, was mich schon ein bisschen gerührt hat. Und wer jetzt wissen möchte, wie ein festliches Rosenkohl-Curry mit Riesengarnelen geht und schmeckt, der schaut bei Cucina e piu vorbei, folgt diesem sowie allen anderen hier erwähnten Blogs gewissenhaft und teilt die Beiträge gefälligst rege und regelmäßig. Das nämlich ist die Währung, in der wir Blogger uns „bezahlen“ lassen.

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30. Dezember 2013: Sonja, eine überaus patente Kollegin meiner Göttergattin (ja, hier wird halt jeder eingespannt, der nicht bei drei die Bürotür hinter sich zuknallt) postet ihr persönliches Jahresend-Curry mit knackigen Erbsen, Zuckerschoten und Garnelen an Basmatireis und schreibt dazu: „Das war heute unser erstes limettenscharfes Curryerlebnis. Herrliche Grundschaerfe, ein Hauch von Zimt. Sehr lecker.”

© Sonja Struß

© Sonja Struß

Einige Tage später dann noch ein interessanter Nachschlag nebst einer wichtigen Feststellung: „DIY Fruehlingsrollen mit Limetten scharfem Gemüse Curry und Hähnchenfleisch … sehr lecker, aber was auffiel war, dass das Curry die Hitze des scharfen Anbraten nicht so wirklich goutiert hat und mit einem interessanten Geruch sein Ich-will-das-nicht zum Ausdruck gebracht hat. Scheint das Curry mag lieber cremige Tanzpartner und Soßen in dem es seine Schaerfe entfalten kann, statt den heißen Pfannentanz. Lecker war´s dennoch wieder.”

Sehr guter Punkt – das kommt mit aufs nächste Etikett – und eine prima Gelegenheit noch kurz klarzustellen, dass ein echtes DIY-Curry nicht angebraten werden muss, um sein volles Aroma zu entfalten. Schließlich sind die richtigen Komponenten (siehe Zubereitung, linke Spalte unten) ja bereits auf den Punkt geröstet und alle anderen Bestandteile wie etwa Chili, Senfsaat, Ingwer etc. können bei zu viel Hitze verbrennen, was sich selten positiv auf Geruch und Geschmack auswirkt. Jedenfalls nicht bei meiner Mischung. Hochwertige Currys also am besten erst nach dem Anbraten von Fleisch oder Gemüse dazu geben und nicht übermäßig lange mit schmurgeln lassen.

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2. Januar 2014: Ein echter Hattrick zum Jahresanfang: Genussbloggerin Ninive postete gleich drei Curry-Rezepte. Alle wie üblich in Deutsch und Englisch und das dritte auch noch mit passender musikalischer Untermalung. Es gab Blumenkohl-Curry-Suppe, Curry-Nudeln mit Möhren und selbst geröstete Honig-Curry-Nüsse, die ich unbedingt noch ausprobieren muss.

Ninives Fazit: „Das Curry paßt super- worauf ich zurückgreifen werde wenn mein Tütchen aufgebraucht ist-? (psst- selber mischen, heißt ja schließlich diy-, das Curry)” Eine Bewertung, die mir deshalb so gut gefällt, weil Ninive all ihre Gewürze beim Apotheker ihres Vertrauens kauft und selber mischt, also ganz genau weiß, worüber sie spricht.

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© Michael Karl, www.mkkd-online.de

© Michael Karl, http://www.mkkd-online.de

5. Januar 2014: Michael Karl, leidenschaftlicher Genießer, Fotograf und Betreiber der höchst likenswerten Facebook-Seite Kochvergnügen postet am frühen Abend seine Bilder vom Lamm-Curry mit frischem Koriander, Stangenbohnen und Basmati-Reis. Der Autor dieses Blogs muss daraufhin erst einmal seine Tastatur entsabbern bevor er die folgenden Zeilen lesen kann: „Große Freude auf dem Teller: das „DIY-Curry limettenscharf“ überzeugt besonders durch die sehr präsente Limetten-Note und die nicht überzogene Schärfe. …”

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6. Januar 2014: Heute gibt es Curry Meatballs bei Heute gibts, dem aus mindestens drei Gründen ganz famosen Küchen-Tagebuch von Bernd Nippert.

Erstens weiß der Mann selbst kompliziertestes Küchen-Know-how ganz einfach zu erklären. Zweitens schauen bei Ihm nicht nur die Fleischbällchen aus frisch durchgedrehtem Rindersteak mit einer Mousse von grilliertem roten Paprika, Minzreis und mangofruchtiger Currysauce super lecker aus. Und drittens beschreibt er mich so schön realistisch: „Ich sehe ihn vor mir: klein,  h a g e r  [Anmerkung der Redaktion: gnihihi!], untersetzt , die Brille auf der Nasenspitze …”

Und natürlich auch noch, weil man seine Rezension als durchaus positiv bezeichnen kann. Er findet das Curry nämlich: „Bombastisch! Ich habe ja einige Currys zu Hause, habe einige aus Indien mitgebracht bekommen … —> geht noch weiter ;-)

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Und jetzt? Tja, acht Päckchen Curry, vier Tüten Kochzivilistenpfeffer und vier Silit-Gewürzmühlen sind noch auf Lager. Die nächsten Chargen und vielleicht auch schon die ein oder anderer Neuheit lasse ich voraussichtlich im März/April produzieren. Und da die erste Fuhre Pfeffer und Curry schneller als gedacht weg war, macht so eine Art Vorbestellung Sinn. Schickt mir einfach via Kommentar oder Mail eine kurze Nachricht. Das hilft mir, zu planen und euch, nicht leer auszugehen ;-)

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